Bei diesem Projekt durfte ich die Website des „Tattoo Circle Passau“ als Speculative Redesign völlig neu interpretieren. Das Spannende dabei: Ich konnte ohne technische Altlasten arbeiten & mich voll darauf konzentrieren, wie man die Marke heute digital am besten inszeniert. Mein Ziel war es, einen digitalen Raum zu schaffen, der die handwerkliche Qualität & die Atmosphäre des Studios eins zu eins auf den Bildschirm bringt.
Tattoo Circle Passau leistet großartige Arbeit auf der Haut. Meine Motivation für das Redesign war es, genau diese Qualität auch digital noch stärker spürbar zu machen. Die bestehende Website funktionierte, lieferte aber spannende Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung, um sie an moderne Nutzungsgewohnheiten anzupassen:
Die Mission war also: Das Gute bewahren, aber Look & Feel auf das nächste Level heben.
Ich habe die Struktur analysiert & neu sortiert. Die Idee dahinter: Weniger Suchen, mehr Finden.
Über Filter lässt sich in der Galerie genau der Stil finden, den man sucht. Jeder Tättoowierer bekommt eine eigene Bühne in Form einer Profilseite. Egal ob Tattoo-Neuling oder alter Hase – die Nutzerführung holt jeden dort ab, wo er steht.
Ich habe den Fokus stärker auf die Künstler & ihre Portfolios gelegt. Durch eigene Profilseiten spricht die Qualität der Arbeiten für sich & erleichtert die Entscheidung für den passenden Artist.
Minimalismus statt Ablenkung. Eine klare Typografie & bewusster Einsatz von Weißraum sorgen für einen hochwertigen Rahmen, der nicht vom Wesentlichen ablenkt: Den Tattoos.
Wenn der Großteil der Community das Handy nutzt, muss sich die Website dem anpassen. Das Design ist daher keine verkleinerte Desktop-Version, sondern primär für Touchscreens & die Nutzung unterwegs konzipiert.
Das visuelle Konzept folgt dem Prinzip des „Invisible Design“. Die Website nimmt sich bewusst zurück. Sie versteht sich als edler Rahmen, nicht als das Bild selbst. Das schlichte Farbschema mit feinen Gold-Akzenten schafft eine Atmosphäre wie in einer modernen Galerie – wertig, aufgeräumt & professionell.
Zuerst habe ich mir die bestehende Website genau angesehen: Was ist da? Was fehlt? Um wirklich nutzerzentriert zu arbeiten, habe ich zwei Personas entwickelt: „Lena“ (24, sucht Inspiration für ihr erstes Tattoo) & „Thomas“ (48, Sammler, schätzt Qualität & Fakten). So konnte ich sicherstellen, dass ich sowohl emotionale als auch rationale Bedürfnisse im Blick habe.
Mit Lena & Thomas im Hinterkopf habe ich die Seitenstruktur neu geordnet. Welchen Weg nehmen sie über die Seite? Mit ersten Skizzen & Wireframes habe ich die wichtigsten Pfade definiert – vom ersten „Stöbern“ bis zur Terminanfrage – und das konsequent zuerst für das Smartphone.
Hier kam der Charakter ins Spiel. Ein reduzierter Style Guide sorgte für visuelle Ruhe. Das finale Design habe ich in Figma als interaktiven Prototypen umgesetzt, um sicherzugehen, dass sich das Durchklicken nicht nur gut aussieht, sondern sich auch gut anfühlt.
Am meisten gelernt habe ich bei diesem Projekt über den Wert von User Research. Ohne meine Personas Lena & Thomas wäre das Design vielleicht visuell ansprechend geworden, aber hätte womöglich am Nutzer vorbeigeführt.
Außerdem hat sich mein Verständnis für „Invisible Design“ vertieft: Eine gute Website für visuelle Kunst bemerkt man kaum. Wenn der Nutzer nicht über die Bedienung nachdenkt, sondern direkt vom Tattoo begeistert ist, habe ich meinen Job erledigt.