Im Rahmen eines Magazins galt es, das Thema „Veränderung“ im Designkontext zu beleuchten. Meine Leidenschaft für Psychologie führte mich zu einer kritischen Fragestellung: Wie verändert sich unsere Aufmerksamkeitsspanne im digitalen Zeitalter & welche Verantwortung tragen wir Gestalter dabei? Inspiriert durch Johann Haris Bestseller „Stolen Focus“ entstand ein Artikel, der die Schnittstelle zwischen Hirnforschung, Ethik & visueller Kommunikation untersucht.
Das Konzept dieses Projekts arbeitet auf einer Meta-Ebene: Es ist ein Artikel über Aufmerksamkeit, der gleichzeitig so gestaltet ist, dass er die Aufmerksamkeit hält.
Inspiriert von psychologischen Erkenntnissen habe ich mich der ethischen Verantwortung von Design gewidmet. Mein Ziel war es, komplexe neurowissenschaftliche Inhalte nicht nur verständlich, sondern visuell fesselnd aufzubereiten. Das Layout selbst wendet die beschriebenen Prinzipien an: Es führt das Auge bewusst, reduziert kognitive Last & nutzt Weißraum als aktives Gestaltungselement gegen die Reizüberflutung.
Die visuelle Inspiration entsprang dem Kontrast unseres Alltags: Die digitale Welt ist laut, bunt & chaotisch. Gutes Design muss hier als Filter wirken.
Ich habe mich an wissenschaftlichen Journalen orientiert, diese aber mit moderner Magazin-Ästhetik gebrochen. Die Gestaltung spielt mit dem Thema „Täuschung“ & „Fokus“, indem sie visuelle Hierarchien nutzt, um den Leser fast schon unbewusst durch den Text zu lenken – genau wie es im Artikel beschrieben wird.
Die Basis bildete eine intensive Auseinandersetzung mit Neurodesign. Ich analysierte Themen wie den „Proximity-Effekt“, „Dopamin-Loops“ & „Dark Patterns“. Besonders die Erkenntnis, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne in den letzten 15 Jahren um 30% gesunken ist, wurde zum zentralen Aufhänger.
Um die komplexen Inhalte lesbar zu machen, habe ich den Text in verdauliche Häppchen geteilt: Von der Problemstellung über wissenschaftliche Hintergründe bis hin zu konkreten Design-Strategien & ethischen Fragen.
Die größte Herausforderung war die Visualisierung abstrakter Begriffe wie „Dopamin“ oder „Aufmerksamkeit“. Ich entwickelte ein flexibles Raster, das den Textblöcken Raum zum Atmen gibt. Eigens erstellte Infografiken (z. B. zur visuellen Hierarchie bei Google oder Spotify) dienen als Ankerpunkte, um das Scannen der Seite zu erleichtern.
Dieses Projekt hat meinen Blick auf meinen eigenen Beruf verändert. Wir Gestalter machen Dinge nicht nur „hübsch“ – wir steuern, wie Menschen Informationen verarbeiten & Entscheidungen treffen.
Die Auseinandersetzung mit Dark Patterns vs. Ethical Design hat mir gezeigt: Gutes Design respektiert die Zeit & die mentale Kapazität des Nutzers. Neurodesign ist kein Werkzeug zur Manipulation, sondern zur besseren Kommunikation.