Für Soulbrew Coffee durfte ich eine komplette Markenidentität von Null auf Hundert entwickeln. Basierend auf einem kurzen Briefing hatte ich die kreative Freiheit, ein fiktives Indie-Kaffee-Label zu gestalten, das den Spagat zwischen Tradition & modernem Lifestyle meistert. Die Mission: Eine visuelle Sprache zu finden, die nicht einfach nur nach Kaffee aussieht, sondern echte Authentizität ausstrahlt & Kaffeeliebhaber emotional abholt.
Inspiration war die Atmosphäre kleiner, unabhängiger Cafés, in denen Zeit keine Rolle spielt. Weg vom sterilen Corporate-Look, hin zu warmen Erdtönen, unperfekten Linien & Texturen, die man anfassen möchte. Die Marke spricht gezielt eine junge Zielgruppe (18-25 Jahre) an, die Wert auf Charakter statt Massenware legt.
Am Anfang standen nur ein Name & eine grobe Richtung fest. Ich definierte die Story von Soulbrew als Marke für junge Erwachsene & Kaffeespezialisten, die das Besondere suchen. Der Kernwert: „Kaffee mit Charakter“.
Hier entstand das Herzstück. Um den „Indie“-Vibe zu treffen, habe ich auf Standard-Fonts verzichtet & den Schriftzug „Soulbrew“ händisch gezeichnet. Das Ergebnis ist unperfekt im besten Sinne – menschlich, nahbar & einzigartig.
Die Farbpalette greift die warmen Töne der Röstung auf (Espresso-Braun, Crema, Anthrazit). Kombiniert mit einer freundlichen, natürlichen Bildsprache & grafischen Elementen wie dem Bohnenmuster entstand ein kohärentes Designsystem.
Eine Marke muss in der Realität bestehen. Ich habe das Design auf diverse Touchpoints übertragen: Von der Visitenkarte über die Kaffeeverpackung bis hin zum Instagram-Feed. So wird sichtbar, wie die Marke über alle Kanäle hinweg konsistent ihre Geschichte erzählt.
Bei Soulbrew habe ich gelernt, wie mächtig ein gut durchdachtes Logo-Symbol sein kann. Es hält das gesamte visuelle System zusammen.
Außerdem wurde mir klar: Ein Logo allein macht noch keine Marke. Erst das Zusammenspiel aus Farben, Typografie & vor allem den Anwendungsbeispielen erweckt die Identität zum Leben und macht die Werte „Authentizität“ & „Wärme“ spürbar.
Bei diesem Projekt durfte ich die Website des „Tattoo Circle Passau“ als Speculative Redesign völlig neu interpretieren. Das Spannende dabei: Ich konnte ohne technische Altlasten arbeiten & mich voll darauf konzentrieren, wie man die Marke heute digital am besten inszeniert. Mein Ziel war es, einen digitalen Raum zu schaffen, der die handwerkliche Qualität & die Atmosphäre des Studios eins zu eins auf den Bildschirm bringt.
Tattoo Circle Passau leistet großartige Arbeit auf der Haut. Meine Motivation für das Redesign war es, genau diese Qualität auch digital noch stärker spürbar zu machen. Die bestehende Website funktionierte, lieferte aber spannende Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung, um sie an moderne Nutzungsgewohnheiten anzupassen:
Die Mission war also: Das Gute bewahren, aber Look & Feel auf das nächste Level heben.
Ich habe die Struktur analysiert & neu sortiert. Die Idee dahinter: Weniger Suchen, mehr Finden.
Über Filter lässt sich in der Galerie genau der Stil finden, den man sucht. Jeder Tättoowierer bekommt eine eigene Bühne in Form einer Profilseite. Egal ob Tattoo-Neuling oder alter Hase – die Nutzerführung holt jeden dort ab, wo er steht.
Ich habe den Fokus stärker auf die Künstler & ihre Portfolios gelegt. Durch eigene Profilseiten spricht die Qualität der Arbeiten für sich & erleichtert die Entscheidung für den passenden Artist.
Minimalismus statt Ablenkung. Eine klare Typografie & bewusster Einsatz von Weißraum sorgen für einen hochwertigen Rahmen, der nicht vom Wesentlichen ablenkt: Den Tattoos.
Wenn der Großteil der Community das Handy nutzt, muss sich die Website dem anpassen. Das Design ist daher keine verkleinerte Desktop-Version, sondern primär für Touchscreens & die Nutzung unterwegs konzipiert.
Das visuelle Konzept folgt dem Prinzip des „Invisible Design„. Die Website nimmt sich bewusst zurück. Sie versteht sich als edler Rahmen, nicht als das Bild selbst. Das schlichte Farbschema mit feinen Gold-Akzenten schafft eine Atmosphäre wie in einer modernen Galerie – wertig, aufgeräumt & professionell.
Zuerst habe ich mir die bestehende Website genau angesehen: Was ist da? Was fehlt? Um wirklich nutzerzentriert zu arbeiten, habe ich zwei Personas entwickelt: „Lena“ (24, sucht Inspiration für ihr erstes Tattoo) & „Thomas“ (48, Sammler, schätzt Qualität & Fakten). So konnte ich sicherstellen, dass ich sowohl emotionale als auch rationale Bedürfnisse im Blick habe.
Mit Lena & Thomas im Hinterkopf habe ich die Seitenstruktur neu geordnet. Welchen Weg nehmen sie über die Seite? Mit ersten Skizzen & Wireframes habe ich die wichtigsten Pfade definiert – vom ersten „Stöbern“ bis zur Terminanfrage – und das konsequent zuerst für das Smartphone.
Hier kam der Charakter ins Spiel. Ein reduzierter Style Guide sorgte für visuelle Ruhe. Das finale Design habe ich in Figma als interaktiven Prototypen umgesetzt, um sicherzugehen, dass sich das Durchklicken nicht nur gut aussieht, sondern sich auch gut anfühlt.
Am meisten gelernt habe ich bei diesem Projekt über den Wert von User Research. Ohne meine Personas Lena & Thomas wäre das Design vielleicht visuell ansprechend geworden, aber hätte womöglich am Nutzer vorbeigeführt.
Außerdem hat sich mein Verständnis für „Invisible Design“ vertieft: Eine gute Website für visuelle Kunst bemerkt man kaum. Wenn der Nutzer nicht über die Bedienung nachdenkt, sondern direkt vom Tattoo begeistert ist, habe ich meinen Job erledigt.
Im Rahmen eines Magazins galt es, das Thema „Veränderung“ im Designkontext zu beleuchten. Meine Leidenschaft für Psychologie führte mich zu einer kritischen Fragestellung: Wie verändert sich unsere Aufmerksamkeitsspanne im digitalen Zeitalter & welche Verantwortung tragen wir Gestalter dabei? Inspiriert durch Johann Haris Bestseller „Stolen Focus“ entstand ein Artikel, der die Schnittstelle zwischen Hirnforschung, Ethik & visueller Kommunikation untersucht.
Das Konzept dieses Projekts arbeitet auf einer Meta-Ebene: Es ist ein Artikel über Aufmerksamkeit, der gleichzeitig so gestaltet ist, dass er die Aufmerksamkeit hält.
Inspiriert von psychologischen Erkenntnissen habe ich mich der ethischen Verantwortung von Design gewidmet. Mein Ziel war es, komplexe neurowissenschaftliche Inhalte nicht nur verständlich, sondern visuell fesselnd aufzubereiten. Das Layout selbst wendet die beschriebenen Prinzipien an: Es führt das Auge bewusst, reduziert kognitive Last & nutzt Weißraum als aktives Gestaltungselement gegen die Reizüberflutung.
Die visuelle Inspiration entsprang dem Kontrast unseres Alltags: Die digitale Welt ist laut, bunt & chaotisch. Gutes Design muss hier als Filter wirken.
Ich habe mich an wissenschaftlichen Journalen orientiert, diese aber mit moderner Magazin-Ästhetik gebrochen. Die Gestaltung spielt mit dem Thema „Täuschung“ & „Fokus“, indem sie visuelle Hierarchien nutzt, um den Leser fast schon unbewusst durch den Text zu lenken – genau wie es im Artikel beschrieben wird.
Die Basis bildete eine intensive Auseinandersetzung mit Neurodesign. Ich analysierte Themen wie den „Proximity-Effekt“, „Dopamin-Loops“ & „Dark Patterns“. Besonders die Erkenntnis, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne in den letzten 15 Jahren um 30% gesunken ist, wurde zum zentralen Aufhänger.
Um die komplexen Inhalte lesbar zu machen, habe ich den Text in verdauliche Häppchen geteilt: Von der Problemstellung über wissenschaftliche Hintergründe bis hin zu konkreten Design-Strategien & ethischen Fragen.
Die größte Herausforderung war die Visualisierung abstrakter Begriffe wie „Dopamin“ oder „Aufmerksamkeit“. Ich entwickelte ein flexibles Raster, das den Textblöcken Raum zum Atmen gibt. Eigens erstellte Infografiken (z. B. zur visuellen Hierarchie bei Google oder Spotify) dienen als Ankerpunkte, um das Scannen der Seite zu erleichtern.
Dieses Projekt hat meinen Blick auf meinen eigenen Beruf verändert. Wir Gestalter machen Dinge nicht nur „hübsch“ – wir steuern, wie Menschen Informationen verarbeiten & Entscheidungen treffen.
Die Auseinandersetzung mit Dark Patterns vs. Ethical Design hat mir gezeigt: Gutes Design respektiert die Zeit & die mentale Kapazität des Nutzers. Neurodesign ist kein Werkzeug zur Manipulation, sondern zur besseren Kommunikation.